
Ippenburg, ein Märchenschloss in der Nähe von Osnabrück in Niedersachsen. Seit 600 Jahren ist das Schloss in Familienbesitz. Ursprünglich war es eine Burg, die im 19. Jahrhundert umgebaut wurde. 1978 zog Viktoria von dem Bussche mit Mann – der den elterlichen Betrieb übernommen hat - und den Kindern ein.
Eine neue Welt öffnet sich: Das Schloss: 100 Zimmer. Der Garten: 10 000 Quadratmeter. Aber was sollte aus dem Park werden? "Solche Anlagen zu erhalten ist ein riesiges Problem", sagt Victoria von dem Bussche. Es wäre "betriebswirtschaftlicher Unsinn" gewesen, den Gewinn aus der Landwirtschaft in den weitläufigen Park zu stecken. Aber aus eigener Kraft sechs Hektar zu pflegen ist genauso unmöglich. Der Garten muss sein Geld selbst verdienen.
Victoria von dem Bussche gelang das Wunder, denn sie hatte eine Idee das düstere Schloss Ippenburg zu verzaubern mit einem Gartenfestival - dem ersten in Deutschland. Auf dem 80.000 Quadratmeter großen Parkgelände von Schloss Ippenburg legte sie über 40 Kunst- und Schaugärten an. Mittlerweile ist die ganze Region um Bad Essen mit dem Gartenvirus infiziert – die Folge: Die Landesgartenschau 2010, die ihre „Schloss-Tore“ bis zum 17. Oktober geöffnet hält. Im Schlossgarten von Ippenburg gestalten Künstler wie Ugo Dossi und Ulrich Timm Parzellen oder stellten ihre Stelen auf die verwunschene Insel im Schlosspark. Kunst und Blumen bilden eine Sinfonie der Farben und drücken Gedanken und Ideen aus - wie der Garten von Charles Baudelaire mit den "Fleurs du mal" von Bradley Hall. Der englische Gartenkünstler hat alles mit dunklen, schwarzen Lilien und Gräsern kreiert. Jedes Jahr lädt Victoria von dem Bussche andere Gartenkünstler ein, immer mit einem neuen Motto. Mit ihrer Leidenschaft für Blumen hat Victoria von dem Bussche die ganze Familie angesteckt, denn bei einem solchen Großereignis müssen alle Kinder, Geschwister, Tanten und Onkel mitarbeiten.