
Kombination mehrerer Maßnahmen sichert größten Bekämpfungserfolg
Abgefressene Jungpflanzen, mit Löchern durchsiebte Salatblätter, angenagte Erdbeeren und kahlgefressene Stauden weisen in vielen Gärten wieder darauf hin, dass die Spanischen Nacktschnecken am Werk sind.
Diplom-Agrarbiologen Christoph Allgaier von der Universität Tübingen:

„Der Grund, warum sie spanische Wegschnecke genannt wird, beruht auf einen Irrtum: So dachte man früher, dass ihre Herkunft Portugal oder diese iberische Halbinsel ist. Neuere genetische Untersuchungen haben aber ergeben, dass die Schnecke keineswegs ihren Ursprung in Portugal hat, sondern möglicherweise aus dem pyrenäischen Raum, also Frankreich stammt.
Dass diese schleimigen Fresser vor allem in den letzten Jahren in den Gärten so vermehrt aufgetreten sind, kann man einerseits darauf zurückführen, dass bei uns Bedingungen vorgeherrscht haben oder vorherrschen, die optimal für diese spanische Wegschnecke geeignet sind.“ 
Diese Schnecke, die in unser Gebiet eingeschleppt wurde – kennt so gut wie keine Feinde. Vögel, Laufenten und Käfer sorgen normalerweise dafür, das Schnecken nicht überhand nehmen . mit Ausnahme istdieser Schneckenart!
Dipl. Bio. Christoph Allgaier, Uni Tübingen :
„Bei der spanischen Wegschnecke allerdings ist es so, dass die älteren Stadien, also wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben, sind die mit so zähem Schleim versehen, dass dies schon mal sehr viele Tiere abschreckt. Zum Beispiel bei Amseln können Sie beobachten, wenn es unerfahrene Tiere sind versuchen sie die Schnecke zu schlucken und merken dann schnell, dass ihr Schnabel verklebt.“
Schnecken darf man nicht lange gewähren lassen, denn sie vermehren sich rasant. Somit kann die Plage schnell außer Kontrolle geraten. Bei mäßigem Befall hilft regelmäßiges Absammeln, am besten morgens und abends. Ausgelegte feuchte Bretter können dabei ein gute Hilfe sein, weil sich Nacktschnecken tagsüber darunter verstecken und so gut abgesammelt werden können. 
Treten die schleimigen Räuber in Massen auf, kann man ihnen meist nur mit Schneckenkorn Einhalt gebieten. Bewährt hat sich dabei der Wirkstoff Metaldehyd, der in Schneckenmitteln von Celaflor, Compo, Etisso, Bayer und anderen enthalten ist. Er ist schnell und sicher wirksam, belastet den Boden nicht und stellt für Nützlinge des Gartens keine Gefahr dar. Laut Gebrauchsanleitung genügen von diesen Mitteln bereits 40 bis 50 Körner pro Quadratmeter, die sparsam zwischen den Kulturen, um diese herum und möglichst auch auf Zuwanderwege ausgestreut werden sollten.

Auch kulturtechnische Maßnahmen können die Schneckenplage einschränken. So ist es besser, morgens statt abends zu gießen. Einzelnes Angießen größerer Pflanzen hält den Boden dabei trockener als andauernde Berieselung der gesamten Beete mit dem Gartenschlauch. Ebenso erschwert häufigeres Lockern des Bodens den Schne-cken die Fortbewegung und zerstört Hohlräume, die ihnen tagsüber als Versteck die-nen. Zur Reduzierung des Schneckenbefalls können auch Igel, Kröten, Spitzmäuse und Laufkäfer beitragen, die man im Garten hegen und fördern sollte.

Nicht empfehlenswert sind Bierfallen, denn sie locken Schnecken geradezu an, wobei nur ein geringer Teil in den Fallen ertrinkt. Auf dem Weg dorthin richten sie meist noch erhebliche Fraßschäden an. Auch Barrierestreifen aus Kalk, Asche oder Sägemehl zeigen meist nur bis zum nächsten Regen eine Wirkung. Salz sollte auf keinen Fall gestreut werden, da dies für Schnecken einen qualvollen Tod bedeutet und auch für den Boden schädlich ist.