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Kakteen: Kratzbürsten mit Charme

Sie sind unkompliziert und versprühen Charme: Kakteen. Sie haben noch viel mehr zu bieten als die atemberaubende Pracht ihrer Blüten. Ihr geometrisch exakter, graphisch überaus reizvoller „Körperbau“ im Schmuck oder Schutz der dekorativen Dornen, fälschlich als Stacheln bezeichnet, kann auch für sich allein bestehen. Kein Gedanke, dass sie steif, starr und langweilig wären. Im Gegenteil, die meisten wachsen bei guter Pflege in der Vegetationszeit sehr rasch.
Gerade die strenge architektonische Form vieler Kakteen und ihre Anspruchslosigkeit prädestinieren sie als dekorative Begleiter in unseren Wohnungen. Weil Kakteen pflegeleicht sind und als Sukkulenten nicht viel Feuchtigkeit benötigen, gedeihen sie auch gut in beheizten Räumen. Kakteen nehmen auch mehrwöchige Abwesen heit oder Vernachlässigung nicht übel.

Kakteen sind „Amerikaner“. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Kanada bis Patagonien. Die meisten von ihnen besiedeln Savannen und glühendheiße, wüstenartige Trockenregionen. Nur relativ wenige dringen in die feuchtwarmen Tropengebiete ein, kriechen in Büsche, klettern an Bäumen empor oder wachsen in den Astgabeln von Urwaldbäumen. Die Familie der Kakteen, botanisch Cactaceae genannt, umfasst etwa 200 Gattungen und mehrere tausend Arten.

Die artgerechte Pflege:
Kakteen sind zwar robust, werden aber leicht totgepflegt – durch zuviel Nässe. Im Sommer können die Pflanzen ruhig stark gegossen werden, wichtig ist, dass keine Staunässe um die Wurzeln bleibt und dass erst wieder gegossen wird, wenn das Substrat völlig abgetrocknet ist. Im Herbst wird das Gießen reduziert, im Winter gibt es bei kühlem Stand unter 10 °C überhaupt nichts zu trinken, bei wärmerem Stand nur ganz, ganz wenig. Das Wachstum darf in der dunklen Jahreszeit auf keinen Fall angeregt werden.

Mammillaria:
Wer die Abwechslung liebt, sollte einen Streifzug durch die wunderbare Welt der Kakteen unternehmen und möglichst viele verschiedene Arten – vielleicht in identi- schen Übertöpfen als verbindendes Element – präsentieren. Da gibt es z.B. Mammillaria, den Warzen- kaktus. Sein dichtes Dornenkleid sitzt auf kleinen Warzen. Die Pflanzenkörper sind meist kugelrund, bei manchen Arten auch zu kleinen Säulen verlängert. Die Blüten der Mammillarien sind nicht allzu groß, erscheinen aber in großen Zahl in einem attraktiven Kranz rings um die Pflanze.

Opuntien:
Opuntien unterscheiden sich von den kugelförmigen oder säulenförmigen Kakteen durch die flachen Sprossglieder. Die bekannteste Zimmerpflanze unter den Opuntien ist die kleinbleibende Opuntia microdasys. Was wie der Flaum eines Kätzchens aussieht, sind Polster winziger Dornen. Die so harmlos dreinschauenden „Dörnchen“ entpuppen sich bei starker Vergrößerung als spitze Pfeile mit hinterlistigen Widerhaken. Wer einmal mit ihnen in Berührung kam, weiß, dass sie kaum aus der Haut zu entfernen sind. Dennoch sind sie die besondere Zierde der Opuntien und können je nach Varietät weiß, gelblich oder rotbraun gefärbt sein.

Gymnocalycium mihanovichii:
Besonders gut für ein bizarres Arrangement eignen sich mehrere Töpfchen mit roten und gelben Gymnocalycium mihanovichii verschiedenster Gestalt in einer perlmuttfarbenen Schale zusammengestellt. Zur Auflockerung können noch ein paar kleine Töpfe mit Cyperus, Katzengras oder Bubikopf dazwischen stehen. Bei Gymnocalycium mihanovichii handelt es sich um blattgrünfreie rote oder gelbe Kakteenarten, die ohne Chlorophyll nur mit einer sogenannten Amme, der Unterlage, existieren können. In der Fachsprache heißt es, dass diese Kakteen „gepfropft“ werden. Die grüne Unterlage ist in der Lage, Photosynthese durchzuführen und verleiht den Pflanzen die Kraft zu wachsen. Gymnocalycium können hell bis halbschattig stehen und mögen es in den Wintermonaten gerne trocken. In den übrigen Monaten sollte man diese Kakteen, die empfindlich auf Nässe reagieren, am besten nur mit einem feinen Nebel besprühen.

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