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Zwiebelblumen auf dem Friedhof

Wie Inseln ruhen Friedhöfe inmitten des Trubels und bilden einen geschützten Platz, an dem Menschen sich erinnern, innehalten und neue Kraft schöpfen lässt. Diese beruhigende und besinnliche Atmosphäre schafft erst die Kraft der Natur: Denn ohne Bäume, Sträucher und Blumenschmuck, ohne Rasen und das Grün am Wegesrand würden hier Kälte und Sterilität herrschen.

Stattdessen pflanzen Angehörige einen letzten Garten, der von ihnen oder den Friedhofsgärtnern gepflegt wird. In diesen Gärten der Erinnerung werden stille Zwiegespräche gehalten und hier wird mit verschiedenen Pflanzen das Andenken an den verstorbenen Menschen bewahrt. Gräber sind durch die Bepflanzung auch ein Spiegel der Jahreszeiten. Besonders im Herbst, zu den Totengedenktagen im November, werden die Gräber mit spät blühenden Pflanzen geschmückt. Der Herbst ist auch die Jahreszeit, in der man die Grundlage für blühenden Grabschmuck für das nächste Frühjahr legen kann: Dann werden die im Frühling blühenden Zwiebeln und Knollen gepflanzt, zum Beispiel Schneeglöckchen, Krokusse, Tulpen, Hyazinthen und nicht zu vergessen-  Osterglocken und Narzissen!

Narzissen gehören zu den Blumen, die auf dem Friedhof eine besondere Bedeutung haben. Aus christlicher Sicht gelten sie als Symbol der Auferstehung und des ewigen Lebens. Ihr Entwicklungszyklus macht das auf eindrucksvolle Weise deutlich: Die im Herbst gepflanzten Blumenzwiebeln erwachen im Frühjahr aus ihrem scheinbaren Schlaf.

Sie trotzen dem noch kühlen Wetter und ihr leuchtendes Gelb kündet vom neuen Leben - von der Kraft des Frühlings, der den Winter überwunden hat. Indem sie trotz der oft noch niedrigen Temperaturen schon wachsen und blühen, zeigen sie mit ihrer Unbeugsamkeit, dass das Leben weitergeht. Auch ein anderer Grund spricht für diese robusten und anspruchslosen Frühblüher auf dem Friedhof: Narzissen sind farblich sehr wirkungsvoll, denn ihre leuchtend gelben Blüten erscheinen zu einer Zeit, in der der Frühling erst langsam erwacht und die Sehnsucht nach Farbe sehr groß ist.

Ja , den Frühling auf besondere Weise zum Leuchten dass schafft auch die kleine Gemeinde Gönningen nahe der Schwäbischen Alb. Sie bringen nicht nur ihr Städtchen sondern auch den Friedhof zum Leuchten

Nicht vergessen: Man kann die Zwiebelblumen zusammen mit anderen Frühlingsblumen und Immergrünen wie Efeu oder Zwergnadelgehölzen schon zu Hause in eine Schale pflanzen und aufs Grab stellen, damit´s auch im zeitigen Frühjahr schon auf den Gräbern das Leben erwacht.

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